Rezension: Maersk Triple E

Von meinem Kinderzimmerfenster sah ich auf dem Hafen. Mein Vater war Kapitän, ein Onkel Lotse, zwei andere Marineoffiziere und ein weiterer Matrose. Eine gewisse Affinität zur Schiffahrt war mir also schon in die Wiege gelegt.

Kein Wunder also, daß ich auf der Suche nach einem neuen, schöne Legomodell für meinen Arbeitsplatz irgendwann bei der „10241 Maersk Line Triple-E“ hängen blieb. Das Original der Triple-E war beim Erscheinen des Sets im Jahr 2014 das größte Containerschiff der Welt, also Anlaß genug das Wasserfahrzeug der dänischen Traditionsreederei in einem Set zu verewigen.

Die originale Triple-E hat ein bißchen was von einem schwangeren Flugzeugträger (Foto: Igor Mak).

Und wie es halt so bei seltenen Bausätzen ist, brauchte ich bei der Beschaffung etwas Geduld. Eine neue, noch verschlossene Box bekommt man momentan für rund 300 Euro. Viel zu viel für meinen Geschmack, v.a. weil der Wert durch das Aufbauen innerhalb von Stunden halbieren werden würde. Also legte ich mich auf die Lauer nach einem gebrauchten Set und war nach ein paar Wochen erfolgreich. Für 170 EUR fand eine Kiste mit 1518 Teilen und der Anleitung ihren Weg zu mir. Auch die beigelegten Aufkleber waren noch ungenutzt.

Die Masse der Teile stellte eine kleine Hürde da und machte mir ganz schnell deutlich, wie schön es ist, daß Legosteine bei großen Modellen mittlerweile seit Jahren in schön portionierten Mengen („Tütchen“) daherkommen. Mir blieb nichts anderes übrig die Teileflut zu sortieren und den übrigen „Kleinkram“ in eine Waschschüssel zu geben. So wurden sie zusammengehalten und auch vor dem Nachwuchs und dem Hauskater geschützt. 😉

Der Aufbau machte sehr viel Spaß. Amüsiert hat mich z.B. die Doppelfunktion der Ankerwinde, die „nebenbei“ auch noch eine Rehling stützt und die kreative Nutzung von Zäunen, um die Container in Position zu halten.

Hätte man sich vielleicht hier und da noch ein paar Details mehr gewünscht, muß man sagen, daß Feinheiten wie die Rettungsboote mit Ausleger und die Goldmünze unter dem Mast sehr schöne Ideen sind.

Ein wunderbares Detail: die traditionelle Goldmünze unterm Mast, welche Unglück abwenden soll

In meinen Augen sind Maschine und Ruderanlage das Highlight  des Modells und auch der äußerst robuster Ständer überzeugt voll. Das Schiff ist wohl proportioniert und damit fast schöner als das Original. Zudem haben die Teile eine tolle Farbe. Das Azur von Maersk harmoniert einfach hervorragend mit dem dunklen Rot. Auch die Ideen die Container zwei- bzw dreifarbig zu gestalten begrüße ich sehr.

Allerdings sind die Container auch ein Schwachpunkt. Erstens nervte es sehr mehr als einhundert Aufkleber auf dem Set anzubringen. (Dazu waren viele Sticker noch über mehrere Steine verteilt, so daß eine komplette Demontage nach dem Verkleben nicht mehr möglich ist.) Zweitens hätte ich mir einen viel kleineren Maßstab bei den Container gewünscht. Diese sind viel zu groß im Vergleich zum Schiff.

Geärgert habe ich mich auch mal wieder über die Farbgebung in der Anleitung. Nachdem ich fünf Minuten nach einem weißen Teil gesucht hatte, stellte sich heraus, daß dies durchsichtig ist.

Mit großer Freunde habe ich festgestellt, daß das Modell noch viel Stauraum unter den Container hat und es damit zum idealen Kandidaten für das Testen von LED-Beleuchtung ist. Ich werde berichten.

Trotz der kleineren Kritikpunkte gehört das Schiff zu meinen absoluten Lieblingsmodellen aus dem Hause LEGO. Ich werde noch viel Freude daran haben.

 

 

 

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